Alceste
2008

1773 schrieb Christoph Martin Wieland das Libretto zur Oper »Alceste«, Im selben Jahr wurde die Oper mit der Musik des heute nahezu vergessenen Komponisten Anton Schweitzer in Weimar uraufgeführt. Die Besonderheit der von Herzogin Anna Amalia geförderten Oper, die ihr in der Musikgeschichte ein gewichtiges Kapitel einräumt, ist die Bezeichnung »erste Oper in deutscher Sprache«. Dem Opus ist zu wünschen, dass die Aufführung in Weimar den Anstoß gibt, dieses einst vielaufgeführte Werk auch auf die heutigen Opernbühnen zurückzuholen.
Das antike Drama um Alceste wird von Wieland kammerspielartig auf vier Gesangspartien reduziert: Alceste, die liebende Gattin, rettet den todkranken Admet durch ihre Bereitschaft, an seiner Stelle zu sterben. Admet, ihr Gatte, droht in Depressionen über den Opfertod zu versinken. Doch der helfende Herkules holt sie entschlossen aus der Unterwelt zurück. Parthenia, die Schwester Alcestes, übernimmt den tröstenden und ausgleichenden Part, als Admet vom Tod Alcestes vergrämt, vor Kummer sterben will. Aber keiner der Protagonisten sinkt ins tiefe Pathos oder verliert sich in bühnenhaft steifen Posen der Tragik.


Tracklisting
Anton Schweitzer (1735-1787)
Alceste (Singspiel)


Mitwirkende
Simone Schneider, Alceste
Cyndia Sieden, Parthenia
Christoh Genz, Admet
Josef Wagner, Herkules
Kammerchor Michaelstein
Michael Hofstetter, Dirigent


Rezensionen
„(…) Der gehobene Schatz heißt „Alceste“, komponiert von Anton Schweitzer, späterer Hofkapellmeister in Gotha, und geschrieben von Christoph Martin Wieland, der von der Herzogin auch als Literat und Prinzen-Erzieher engagiert wurde. (…) Für die Neuaufführung an vier Abenden im Oktober 2007 im Weimarer Stadtschloss konnten die Solisten Cyndia Sieden, Simone Schneider, Christoph Genz und Josef Wagner gewonnen werden, begleitet wurden sie unter der Leitung von Michael Hofstetter vom international renommierten Ensemble Concerto Köln, das kürzlich mit dem Echo Klassik ausgezeichnet wurde. Übrigens soll im März diese Aufführung auch als DVD verfügbar sein. Zweifelsohne ein kleiner Siegeszug und vielleicht die Rückkehr in viele Opernhäuser.“
(Melodie und Rhythmus, Januar 2008)

„Für die vorliegende Aufnahme indes entfaltet Simone Schneider (Alceste) einen fein konturierten Sopran, Christoph Genz gibt den Admet recht anrührend behutsam, (…) Josef Wagner schenkt dem Herkules ein sonores Fundament. Die Begleitung Michael Hofstetters und seiner Alte-Musik-Spezialisten, des Concerto Köln, erscheint wissenschaftlich kompetent und dennoch so musikantisch inspiriert, als es irgend nur sein kann. So mag, wer aus Neugierde wie historischem Interesse der Empfehlung folgt, dieser Aufnahme zu lauschen, die ältere, bisher einzige Einspielung der „Alceste“ mit den Erfurter Philharmonikern unter Stephan E. Wehr (2002) getrost beiseite legen. Darüber sind – wie auch über Anton Schweitzers Kompositionen – die undankbaren Zeitläufte hinweggegangen.“
(Thüringische Landeszeitung, 05. Februar 2008)