Jörg Buschhaus
Violine

Es war der Musiklehrer seiner Grundschule, der früh das musikalische Talent von Jörg Buschhaus entdeckte. Für die Geige entschied er sich wenig später auf Empfehlung des Siegener Musikschulleiters und schon ein Jahr später wusste Jörg Buschhaus, dass er das Geigenspiel zu seinem Beruf machen möchte. Mit 17 Jahren begann Jörg Buschhaus sein Geigenstudium in Köln an der Hochschule für Musik bei Franzjosef Maier, einem frühen Wegbereiter der historisch informierten Aufführungspraxis. Bereits während des Studiums spielte Jörg Buschhaus seit der Gründung von Concerto Köln bei einzelnen Projekten mit und wurde 1989 festes Mitglied des Ensembles. Fasziniert haben ihn von Anfang an der Enthusiasmus und die Möglichkeit zur Mitbestimmung in dem selbstorganisierten Orchester. „In einem kleinen Orchester hat man als Geiger eine wichtigere Position, als wenn man mit 12 Geigen in einem Sinfonieorchester sitzt. Gereizt haben mich auch die größere Verantwortung, weil wir nach historischem Vorbild meistens ohne Dirigenten spielen und auch die besonderen Konzertreisen.“ Noch heute schwärmt er vom ersten Konzert im Concertgebouw Amsterdam. „In dem ehrwürdigen Saal hatten schon die bedeutendsten Musiker gespielt und jetzt spielten wir dort. Nach der Zugabe war es so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören, dann brandete der Applaus auf. Das hat mich sehr beeindruckt.“ Bis heute geht es Jörg Buschhaus um die Suche nach dem geeigneten Ausdruck in der Musik. Mit Hingabe durchforstet er Partituren nach Besonderheiten, wenn er hin und wieder Werke mit dem Orchester einstudiert. „Das ist bei der historischen Aufführungspraxis sehr lohnend, da hier großer Wert auf Durchsichtigkeit der Stimmen gelegt wird. Oft bleibt die Melodie gleich und in den Mittelstimmen kommen neue Harmonien oder eine zweite Melodie dazu. Wenn das deutlich wird, entsteht dadurch eine große Farbigkeit im Klang.“ 2004 gründete Jörg Buschhaus das Marcolini Quartett mit befreundeten Kollegen und verwirklicht dort seine Erfahrungen der historischen Aufführungspraxis im Streichquartett. Musiker sein bedeutet für Jörg Buschhaus lebenslanges Lernen und die stetige Arbeit an sich selbst. Er genießt die tägliche Herausforderung am Instrument und wenn im Konzert „die Frage des Zusammenspiels nicht mehr als technische Sache im Vordergrund steht, sondern einfach da ist und nahezu alles gelingt. In diesen Momenten scheint eine besondere Macht am Werk zu sein, denn diese ‚Glückseligkeit’ spüren dann nicht nur wir Musiker, sondern auch das Publikum.“ Erholung und Ausgleich findet Jörg Buschhaus unter anderem beim Joggen, Motorradfahren und gemeinsamen Segeltouren mit seiner Frau.